Kommentar zu einem Artikel der SZ, der die Linkspartei angreift
“Aber nichts von dem, was die Linke zu ihren “Haltelinien” zählt, hat sie auch nur im Ansatz in praktische Politik umsetzen können.”
Wie soll das denn auch gehen? Die Linkspartei ist im Bundestag in der Opposition. Die anderen Fraktionen im Bundestag - allen voran die CDU/CSU - grenzen die Linkspartei systematisch aus (einfach mal die Nachrichten durchforsten - das ist nun schon oft genug vorgekommen). So isoliert kann man seine Ziele nicht durchsetzen.
Die einzige Partei im Bundestag, die sich nicht verbiegen lässt, das ist für mich die Linkspartei. Sie kann mangels Kooperationspartner zwar ihre Ziele nicht durchsetzen, aber das ist mir alle Mal lieber als die Umfaller der SPD. Ist jetzt auch schon oft genug vorgekommen: Die SPD war nicht einverstanden mit dem, was die Regierung vorgeschlagen hat - trotzdem wurde dafür gestimmt “um Verantwortung zu übernehmen” oder um die CDU nicht zu vergraulen, damit man demnächst ja wieder eine große Koalition auf Bundesebene bilden kann. Das ist armselig, machtbesessen und hat mit ehrlicher Politik nicht viel gemeinsam.
Warum schneidet die Linkspartei wohl so schlecht bei aktuellen Wahlen/Umfrage ab? Vielleicht liegt es an der negativen Berichterstattung? Ich wundere mich nicht, dass die Linkspartei so schlecht bei den Wahlen/Umfragen abschneidet. Kaum sind zwei Personen der Partei anderer Meinung, heißt es die Partei sei “zerstritten”. Gibt es für einen Parteiposten mehrere Bewerber, wird von “Machtgerangel” und “Kämpfen” gesprochen, als stünde die Partei kurz vor dem Untergang. Ist mir in letzter Zeit verstärkt aufgefallen, dass so berichtet wurde.
Statt über die Linkspartei herzuziehen, sollten die Umfaller und Pseudo-Sozialdemokraten von der SPD an den Pranger gestellt werden (Hartz 4 als Ausgangspunkt und ab dafür). Und der ganze undemokratische Rest des Bundestages, der die Linkspartei kategorisch ausschließt, gleich mit. Die Linkspartei vertritt überzeugt ihre Ziele und wird dafür ausgepeitscht. Die anderen machen was sie wollen und über die wird sachlich berichtet: 135 Mio U-Boot Subventionen für Israel, Milliarden für Banken, “Rettungsschirme” für andere Länder, die Lohnkürzungen im zweistelligen Prozentbereich diktieren, … Darüber sollten wir uns mal unterhalten…
Drei Fragen möchte ich Ihnen dazu noch stellen: Wer sind jetzt die Guten - wer die Bösen? Warum haben die Guten/Bösen so viele Unterstützer? Welche Rolle spielt da Ihre Berichterstattung?
(Quelle: sueddeutsche.de)